Archiv für den Tag: 12. April 2012

Wofuer kann ein Webserver genutzt werden?

Wie bereits angekündigt, werden sich die nächsten Anleitungen mit allerlei Fragen rund um das Thema „Webserver“ beschäftigen. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, welche Aufgaben mit Hilfe eines eigenen Webservers erledigt werden können, habe ich ein kleine Übersicht der Funktionen meines Servers erstellt. Dies gibt auch einen Ausblick auf den Fokus der Anleitungen, da es zunächst um die Einrichtung einer Basis für web-basierte Dienste gehen wird. Für jene Zwecke ist der IIS7-Webserver als Standardkomponente im Windows Web Server 2008-BS integriert. Um diesen auf die Anforderungen der dynamischen Inhalte vorzubereiten, sind einige zusätzliche Installationen notwendig. Die Installationsbeschreibung jener Komponenten schließt sich an die Vorbereitungsarbeiten an. Darüber hinaus sollten zusätzliche Schnittstellen für den Dateitransfer geschaffen werden. Mit Abschluss dieser vorbereitenden Maßnahmen geht es an die Installation und Konfiguration der eigentlichen Anwendungen.

Spannend wird mit Sicherheit die Konfiguration des OpenERP-Systems, da ich mir von diesem eine grossen Nutzen verspreche und hoffentlich ein guter Transfer in andere Bereiche möglich ist.

 

Auswahl Virtueller Server

Bevor mit der Konfiguration und Einrichtung eines Webservers begonnen werden kann, muss vom Anwender zunächst ein passendes Produkt ausgewählt werden. War vor einigen Jahr das Angebot noch überschaubar, gibt es heute ein Vielzahl von Auswahlmöglichkeiten. Aus diesem Grund sollen die nun folgenden Absätze die Entscheidung vereinfachen.

Am Anfang der Auswahl sollte die Entscheidung über das Betriebssystem (BS) stehen. Zum Einsatz kommen mehrheitlich Linux-Distributionen, wobei dabei auf eine breite Palette von anwendungsspezifischen Varianten gewählt werden kann. Neben linux-basierten Webservern behauptet sich außerdem solche auf Microsoft Windows-Basis, wobei die Version 2003/2003 R2 und 2008/2008 R2 die weiteste Verbreitung besitzen. Für die linux-basierten Systeme sprechen die geringen Lizenzkosten und die vielen Möglichkeiten zur spezifischen Anpassung. Auch der gute Support durch eine Vielzahl freier Distributionen als auch kommerzieller Anbieter sprechen für dieses BS. Für die Windows-Lösung sprechen der professionelle Support und die geringe Umgewöhnung. Auch die Integration in die bestehende IT-Ausstattung kann ein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl sein.

1. Wahl des Betriebssystems

  • Microsoft Windows Server 2003/2008
  • Linux-Distribution

Begründung meiner Entscheidung: Wahl von Microsoft Windows Web Server 2008 als Betriebssystem, da ich als Windows-Nutzer nicht auf eine grafische Oberfläche nicht verzichten wollte und die Anwendung „Air Video Server“ für die Bereitstellung von Videomaterial an iOS-Endgeräte zum Zeitpunkt der Entscheidung (11/2011) nur für Microsoft-BS verfügbar war. Darüber hinaus war die gute Remotedesktop-Funktionalität und dessen Integration in andere Windows-BS simpel und einfach ist.

Mit der Wahl des BS verkleinert sich die Auswahl der möglichen Anbieter. Um hier eine weitere Filterung vorzunehmen, sollte an diesem Punkte eine Entscheidung über die Performance des Webserver getroffen werden. Angeboten werden heute in der Regel drei Typen:

2. Wahl des Servertyps

  • Root-Server
  • vServer
  • Managed Server
  • Colocation

Bei Root-Servern handelt es sich um physikalisch vorhandene Server, welche vom Anwender bei entsprechenden Anbietern auf bestimmte Zeit gemietet werden kann. Dabei wird der komplette Rechner überlassen, d.h. es steht zu jedem Zeitpunkt die Leistung zur Verfügung, welche die gewählte Hardware bereitstellen kann. vServer unterschieden sich von Root-Servern dahingegen, dass durch Installation von virtuellen Clients eine höhere Auslastung nach dem Leistungsbedarfsprinzip erreicht wird. Dem Anwender wird dabei garantiert, dass er eine bestimmte Grundleistung zur Verfügung gestellt bekommt, sich die Gesamtrechenleistung aber mit anderen Kunden teilen muss. Ähnlich verhält es sich bei Managed Servern, welche eine Variante der vServer darstellen. Bei diesen kann der Anwender flexibel zusätzliche Kapazitäten hinzubuchen, wenn die georderte Leistung nicht ausreichen sollte. Unter „Colocation“ wird die Möglichkeit verstanden, den eigene Server in den Räumen des Anbieters unterzubringen. Dabei stellt der Hoster die Infrastruktur zur Verfügung (Strom- und Netzwerkanbindung) und garantiert für die Ausfallsicherheit seitens der Räumlichkeiten (Notstrom, Brandüberwachung usw.), jedoch nicht für die Serverhardware.

Begründung meiner Entscheidung: Wichtig war mir eine kostengünstige Variante mit großem (Festplatten-) Speicherangebot.  Zum Zeitpunkt meiner Entscheidung gab es ein Aktion bei Strato, welche als Anstieg in den Betrieb eines eigenen Webservers eine vServer mit 50GB-Festplatte zum Preis von 10 €/Monat. Dieser Preis ist bis zum heutigen Tag gültig. Je nach gewünschter Hardwarekonfiguration gibt es eine Vielzahl von Anbietern, wobei ein wichtiges Kriterium mit Sicherheit auch die Vertragslaufzeit ist (Strato = 1 Monat).

Wie bereits aus der Begründung für die Auswahl des Servertyps hervorgeht, ist eine genaue Spezifizierung hinsichtlich der Leistungsdaten notwendig, um eine Entscheidung treffen zu können. Aus diesem Grund sollten ein paar Leitfragen vorab grob beantwortet werden:

  1. Sollen auf dem Server hauptsächlich rechenintensive Datenbankanwendungen mit eher geringen Festplattenspeicheranforderungen ausgeführt werden? Wenn ja, dann ist eine starke Prozessorleistung und ein großer Arbeitsspeicher notwendig.
  2. Sind die Anforderungen hinsichtlich der Rechenleistung eher gering und soll dafür ein große Menge an Daten gespeichert werden? Wenn ja, so ist eine hohe Festplattenkapazität erforderlich.
  3. Mit wie vielen Nutzern ist zu rechnen?
  4. Werden Leistungsspitzen nur vereinzelt auftreten oder ist mit einer durchgehend hohen Anforderung zu rechnen?

Jeder Anwender wird an dieser Stelle andere Anforderungen definieren, weshalb es ratsam ist, einen individuellen Fragenkatalog zusammenzustellen.

3. Spezifizierung der Leistungsanforderungen

4. Auswahl

Für professionelle Projekte ist sicherlich die Wahl eines Root-Servers ratsam, im privaten Gebrauch sollte ein vServer vorerst ausreichen.

Warum Strato Windows vServer S?

  • geringe monatliche Kosten
  • im Vergleich großer Festplattenspeicher
  • keine Setup-Gebühren
  • kurze Vertragslaufzeiten
  • Skalierung nach oben möglich

Konfiguration / Anwendungen Windows Virtual Server

Mit dem heutigen Tag startet eine Reihe von neuen Anleitungen, welche sich mit der Konfiguration und Einrichtung eines virtuellen Servers auf Microsoft Windows Server 2008 – Basis beschäftigen. Diese sollen als Grundstein für die Bereitstellung bestimmter Anwendungen dienen, welche im Anschluss in weiteren Tutorials beschrieben werden. Unter Verwendung unterschiedlicher Internetprotokolle sollen sie dem Nutzern die Möglichkeit bieten Dokumente zu speichern, Videodateien zu verwalten, Musik zu organisieren und hören sowie Daten auszutauschen. Darüber hinaus soll mit dieser Serie an die Entwicklung eines ERP-Systems angeknüpft werden.

Air Video fuer iOS

Seit längere Zeit verwende ich die iOS-App „Air Video“ für mein iPhone 3G. Mit dieser Software ist es möglich, Videomaterial in den unterschiedlichsten Formaten auf iOS-Geräten wiederzugeben. Unter anderem können auch .mkv-Videocontainer wiedergeben werden, welche sich durch ihre hohen Datenkompression auszeichnen. Der Vorteil bei der Verwendung liegt darin, dass durch die Kombination aus App und Server-Anwendung die Wiedergabe „on-the-fly“, also einer Codierung in Echtzeit möglich ist. Voraussetzung dafür ist eine entsprechend leistungsfähige Plattform. Daneben kann mittels der App eine (Vor-) Konvertierung vorgenommen werden und danach eine direkter Videostream abgerufen werden. Um ein funktionierendes System aufzusetzen, muss neben der Installation der App die Server-Anwendung auf einem Windows- oder Mac-Rechner installiert werden. Damit der Server von der App problemlos im lokalen Netzwerk (LAN) oder über das Internet (WAN) gefunden werden kann, muss der „Bonjour“-Dienst von Apple installiert sein. Falls die App über eine WAN-Verbindung ihre Daten senden soll, ist es eventuell notwendig einen Port in der Firewall (Host-System und/oder Router) freigeben werden. Optional kann ein Passwort zum Schutz vor unbefugten Benutzern vergeben werden. Eine nähere Beschreibung findet sich auf den Seiten des Entwickler-Teams.

Mein Fazit zur App:

Aufgrund des kleinen, niedrig auflösenden Displays des iPhone 3G habe ich die Software anfangs wenig benutzt. Mit meinem iPad hat sich dies jedoch geändert; ohne stressige Konvertierung des Videomaterials und ohne Synchronisierung über die iTunes-Software kann ich sämtliche Videos nun im lokalen Netzwerk mit Hilfe meines Notebooks oder über das Internet durch Kopplung mit meinem virtuellen Server schauen. Nachteilig ist nur der zusätzliche Stromverbrauch durch das Notebook. Beim virtuellen Server, welcher ja sowieso 24/7 in Betrieb ist, ergibt sich kein Nachteil. Nur die Performance kann durch die Videokonvertierung geschwächt werden.

Meiner Meinung nach ein tolle App, welche ihr Geld wert ist.