Kontakte und Kalender

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Technische Grundlagen

WebDAV / CardDAV / CalDAV

Zugriff auf Kontakt- und Kalendardaten'

Datenzugriff durch WebDAV-Protokoll: Es gibt zwei Vorhaben, um auf Basis dieses Protokolls einen Standard für den Zugriff auf Adress- und Kalenderdaten zu ermöglichen:

  • CalDAV

Das CalDAV-Protokoll soll als Standard für den Zugriff auf Kalenderdateien etabliert werden. Es basiert auf dem WebDAV-Protokoll.

  • CardDAV

Das CardDAV-Protokoll soll als Standard für den Zugriff auf Adressdateien etabliert werden. Es basiert auf dem WebDAV-Protokoll. Für Adressdaten existiert ein gemeinsamer Standard, siehe vCard.

(DE Heise.de - Alles auf Abruf

Integration von CardDAV / CalDAV im Thunderbird Email-Client

SOGo Connector / Integrator

(DE) Uni-Greifswald.de - SOGo Connector

(EN) Sogo.nu - SOGo Groupware

Integration von CardDAV / CalDAV in Microsoft Outlook 2013

Die cFos Software GmbH stellt ein Plugin für Microsoft Outlook zur Verfügung, über auf die Kalender- und Adressdaten per CalDAV/CardDAV-Schnittstelle zugegriffen werden kann.

- (DE) cFos GmbH - Outlook Integration von CalDAV/CardDAV

LDAP

Das Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) ist ein Anwendungsprotokoll aus der Netzwerktechnik. Es erlaubt die Abfrage und die Modifikation von Informationen eines Verzeichnisdienstes (eine im Netzwerk verteilte hierarchische Datenbank) über ein IP-Netzwerk. Viele Groupwarelösungen verwenden dieses Protokoll. Es ist beispielsweise für folgende Bereiche im Einsatz:

  • Addressbücher
  • Benutzerverwaltung
  • Authentifizierung
  • Verwaltung von Benutzerdaten

Die Software Owncloud lässt sich um die Verwendung von LDAP erweitern.

(EN) Arhtur-Schiwon.de - Enhanced Settings LDAP Owncloud

Verwaltung von Kontakten

Um die Verfügbarkeit der gesammelten Kontaktdaten auf verschiedenen Plattformen zu gewährleisten, sind eine Reihe von Tricks und Kniffen notwendig. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die verschiedenen integrierten Hersteller (Soft- und Hardware) auf verschiedene Konzepte zur Speicherung von Kontaktdaten zurückgreifen und ihre Produkte mit indifferenten Schnittstellen zum Ex- und Import von Kontaktdaten programmieren. Daraus resuliert für den Anwender ein komplizierter Umgang mit seinen Kontaktdaten.

Vorüberlegungen

Zunächst einmal sollte der Anwender eine Überblick verschaffen, welche Endgeräte von welchem Hersteller mit welcher Software eingesetzt werden. Sicherlich gibt es einige Nutzer, die alle Geräte von einem Hersteller (beispielsweise der Apple Inc. als integrierter Hersteller von Soft- und Hardware) beziehen. Für diese Anwender ist es aus Gründen der Praktikablität sinnvoll, die Kontaktdaten in der Cloud von Apple zu pflegen. Dieser Nutzertyp unterliegt jedoch einigen Einschränkungen und Abhängigkeiten, die an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden sollen. Wesentlich häufiger ist jener Anwender, der beispielsweise privat ein Endgerät (Smartphone, Tablet) mit Google Android-Betriebssystem und geschäftlich ein weiteres Apple iOS-Gerät verwendet. Da viele Microsoft Produkte im Unternehmensumfeld anzutreffen sind, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zusätzlich ein Dienst-PC mit Microsoft Outlook verwendet. Aufgrund der Heterogenität bei der eingesetzten Software sollte in Erwägung gezogen werden, die Kontaktdaten zentral in einem gängigen und allgemein anerkannten Standardformat zu pflegen. Aus dieser Datenbasis heraus können im Anschluss importfähige Datensätzte für die verschiedenen cloud-basierten oder lokalen Kontaktdienste generiert werden.

Standardformat vCard

Der vCard-Standard wurde vom Internet Mail Consortium entwickelt und dient der Speicherung von Kontaktinformationen. Eine vCard ist in ihrer Funktion einer elektronischen Visitenkarte gleichzusetzen. Die Dateinamenserweiterung lauftet .vcf, was für vCard file steht. Es gibt unterschiedliche Versionen, wobei diese auf die Referenzspezifikation RFC 6350 basieren. Für weitere Informationen sei an die einschlägigen Quellen verwiesen.

Zentrale Pflege der Kontaktinformationen

Im eingangs erwähnten Nutzungsszenario soll davon ausgegangen werden, dass die Kontaktinformationen lokal in einer Tabelle gepflegt werden. Durch Ex- und Importvorgänge können die Daten im Anschluss in die genannten Dienste übertragen werden. Wichtig ist, dass eine Feldstruktur verwendet wird, welche eine fehlerfreie Datenübertragung gewährleistet. Die Tests, die in Vorbereitung dieser Rubrik durchgeführt wurden, haben die Beschränkung auf folgende Felder als sinnvoll identifiziert:

Tabellenstruktur

Filename
FamilyName
GivenName
Title
NamePrefix
NameSuffix
Nickname
Birthdate
Day
Month
Year
Street
State
PostalCode
City
Country
Tel
TelHome
TelWork
TelCell
TelCellHome
TelCellWork
TelFax
TelFaxHome
TelFaxWork
Email
EmailHome
EmailWork
Url
UrlHome
UrlWork
Org
Role
Note
StreetHome
StateHome
PostalCodeHome
CityHome
CountryHome
StreetWork
StateWork
PostalCodeWork
CityWork
CountryWork

Auf der Grundlage dieser Spaltenüberschriften können die Kontaktinformationen gepflegt werden.

Hilfreiche Programme

Unter Microsoft Windows hat sich folgendes Programm als überaus nützlich erwiesen:

vCard Grid Das kostenfreie Programm kann unter (DE) vCard Grid heruntergeladen werden.

Zusätzlich ist der folgende DOS-Programmcode bei der Zusammenfassung von vCard-Dateien hilfreich:

type "*.vcf" >>"zusammenfassung.vcf" pause

Erläuterung: Der Programmcode kann in einem beliebigen Editor (z.B. WordPad) kopiert und anschließend mit der Dateiendung .bat abgespeichert werden. Diese Datei kann dann in das Verzeichnis mit den .vcf-Dateien kopiert und ausgeführt werden. Als Ergebnis erhält man eine Zusammenfassung unter dem Dateinamen zusammenfassung.vcf.

Microsoft Outlook

Um die Kontaktinformationen aus der Tabelle (Quelle) zu exportieren und in Microsoft Outlook (Ziel) zu importieren, sind die folgenden beiden Schritte notwendig:

  1. Speichern der Kontaktinformationen als kommagetrennte Werte
  2. Import der Datei in Microsoft Outlook

Bei deutschen Regionseinstellungen ergibt sich jedoch beim Export der Daten ein Problem, denn die Kontaktinformationen werden durch Semikolon und nicht durch Komma getrennt. Daher ist ein erfolgreicher Import der Daten in Microsoft Outlook nicht nötig. Um diesen Fehler zu umgehen, muss vor dem Export der Daten die Region- und Sprachseinstellungen umgestellt werden. Zum Ende des Importprozesses wird die Feldverknüpfung gefordert. Hier sollte man Wert auf eine korrekte Zuordnung legen, um eine fehlerfreie Datenübertagung zu garantieren.

Google Gmail

Um die Kontaktinformationen aus der Tabelle (Quelle) zu exportieren und in Google Gmail (Ziel) zu importieren, sind die folgenden beiden Schritte notwendig:

  1. Konvertierung der Kontaktdaten mit Hilfe von vCard Grid
  2. Import der .vcf-Datei in Google Gmail

Die Google-Schnittstelle arbeitet mit vCard-Informationen der Versionen 2.1 oder 3.0, wohingegen Apple iCloud nur vCard-Informatione in der Version 3.0 fehlerfrei verarbeitet. Aus diesem Grund bietet sich die Umstellung auf Version 3.0 in vCard Grid an, damit zusätzliche Exportschritte nicht notwendig sind.

Apple iCloud

Um die Kontaktinformationen aus der Tabelle (Quelle) zu exportieren und in Apple iCloud (Ziel) zu importieren, sind die folgenden beiden Schritte notwendig:

  1. Konvertierung der Kontaktdaten mit Hilfe von vCard Grid
  2. Import der .vcf-Datei in Apple iCloud

Die Apple-Schnittstelle verarbeitet nur vCard-Informationen in der Version 3.0 fehlerfrei, daher muss vCard Grid auf jeden Fall umgestellt werden.

Fazit

Es es nicht trivial, einen größeren Bestand von Kontaktinformatione auf verschiedenen Plattformen aktuell zu halten. Jedoch können die gezeigten Tricks dabei helfen, eine fehlerfrei und weitgehend automatisierten Austausch der Daten zu erreichen. Die manuelle Pflege der Kontaktdaten bei Änderungen wird jedoch bei Nutzung der aufgeführten Dienste wohl leider auch in Zukunft notwendig sein. Selbstverständlich bleibt es dem Anwender überlassen, ob dieser seine Kontakte mit Profilbildern ausstattet. Eine Übertragung dieser Informationen kann jedoch mit allerlei Schwierigkeiten verbunden sein.

Referenzen

(EN) Wikipedia.org - vCard