Linux-Grundlagen

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Verzeichnisstruktur

Ausgehend vom Wurzelverzeichnis / findet sich bei Linux-Betriebssystemen folgende Verzeichnisstruktur:

2014-04-02 linux verzeichnisstruktur.png

Verzeichnis Beschreibung
bin Grundlegende Binär-Befehls-Dateien
boot Statische Dateien des Bootloaders
dev Geräte-Dateien
etc Systemkonfigurationen, die das eigene System betreffen
home Home-Verzeichnisse der Benutzer
lib Grundlegende, gemeinsam genutzte Bibliotheken und Kernelmodule
media Enthält Einbindungspunkte für austauschbare Medien
mnt Einbindungspunkt für temporär genutzte Dateisysteme
proc Virtuelles Verzeichnis für System-Informationen (2.4- and 2.6-Kernel)
root Home-Verzeichnis des Superusers root
run Sich zur Laufzeit verändernde Daten
sbin Grundlegende System-Binär-Dateien
sys Virtuelles Verzeichnis für System-Informationen (2.6-Kernel)
tmp Temporäre Dateien
usr Zweite Ebene in der Hierarchie
var Sich oft verändernde Daten
srv Daten für Dienste, die von diesem System bereitgestellt werden
opt Zusätzliche Anwendungspakete, die nicht von Debian stammen

Links

(de) Debian.org - Debian Verzeichnisbaum

(de) SelfLinux.de - Verzeichnisstruktur

Festplatten konfigurieren

Mit cat /proc/partitions können die aktuell vorhandenen Partitionen angezeigt werden.

Um über die Kommandozeile in Linux Festplatten zu konfigurieren, bieten sich die Programmpakete fdisk[1] oder gdisk[2] an. Die beiden Programmpakete unterscheiden sich durch die verwendete Partitionstabelle (fdisk - Master-Partition-Table (MPT), gdisk - GUID-Partitionstabelle (GPT)). GPT ist dabei der Nachfolger des MPT. Daher wird nachfolgend auch die Partitionierung, die Formatierung und das Mounten einer Festplatte mit GPT demonstriert.

Partitionierung

Unter Partitionierung versteht man die Einteilung einer Festplatte in verschiedene Bereiche, die dann mit diversen Dateisystemen belegt werden können, um Daten darauf zu speichern oder ein Betriebssystem zu installieren.

Die Partitionen einer Festplatte werden mithilfe von Partitionierungs-Schemata (auch Partitionstabellen genannt) verwaltet. Die beiden sowohl für Linux als auch Windows bedeutensten Schemata sind das MSDOS-Schema und die GUID-Partitionstabelle (GPT). Beim MSDOS-Schema liegt der Verwaltungsbereich, der auch die Partitionstabelle enthält, ganz am Anfang im aller ersten Datenblock des Datenträgers. Daher wird dieser Datenblock auch als Master-Boot-Record (MBR) bezeichnet. Dadurch, dass die Partitionstabelle in diesem Datenblock liegt, wird die Partitionstabelle auch Master-Partition-Table (MPT) genannt. Beim MPT liegt die maximal unterstützte Größe eines Datenträgers bei 2 TB. Außerdem werden vier Verwaltungsdatensätze unterstützt. Somit können zunächst vier Partition (die primären Partitionen) eingerichtet werden. Mit der Einführung des Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) wurde der GUID-Partitionstabelle (GPT) eingeführt. Es werden bis zu 128 Paritionen unterstützt, wobei keine Unterteilung in primäre, erweiterte und logische Partitionen mehr notwendig ist.

Das Programmpaket fdisk ist häufig standardmäßig installiert (bspw. bei der Ubuntu-Distribution). gdisk kann über den Befehl sudo apt-get install gdisk nachinstalliert werden.

Mit dem Befehl gdisk -l werden alle bekannten GPT-Partitionstypen (ID) und deren Bezeichnung (Name) aufgelistet.

Nun kann mit cgdisk eine grafische Oberfläche (ncurses) zu gdisk aufgerufen werden. Hierbei muss nun der noch nicht partitionierte Bereich ausgewählt und die Größe der Partition sowie die Partitionsart festgestellt werden. Abschließend wird die Partition mit einer Bezeichnung (z.B. sda3) angezeigt. Mit dem Befehl write werden die Änderungen bestätigt.

Formatierung

Die Formatierung legt fest, in welcher Struktur die Daten gepeichert werden. Daher muss nach der Partitionierung dem Datenträger ein Dateisystem zugewiesen werden, damit dieser verwendet werden kann. Als Standard-Dateisystem wird bei vielen Linux-Distributionen ext verwendet. Über den Befehl mkfs.ext3 /dev/sda3 wird der vorhin erstellten Partition dieses Dateisystem zugewiesen.

Mounten

Unter Linux muss angegeben werden, an welcher Stelle in der Verzeichnisstruktur der neue Datenträger (bzw. die formatierte Partition) zu finden ist. Daher wird zunächst ein neues Verzeichnis erstellt: mkdir /media/sda3 Daraufhin kann mit dem Befehl mount /dev/sda3 /media/sda3 der neue Speicherplatz verfügbar gemacht werden. Um diesen Vorgang nicht bei jedem Systemstart neu ausführen zu müssen, wird in der Datei /etc/fstab ein neuer Eintrag mithilfe eines Editors

nano /etc/fstab

erzeugt. Dieser kann beispielsweise wie folgt lauten:

/dev/sda3 /media/sda3 ext3 defauls 1 2

Anschließend kann man mit dem Befehl mount -a noch sicherstellen, dass alle Laufwerke an ihren Einhängepunkten verfügbar sind.

Links

Befehlsübersicht

Kategorie Befehl Beschreibung
Systemüberwachung cat /proc/version Anzeige der Kernel-Version
Systemüberwachung uname -r Anzeige des Release
Systemüberwachung uname -a Anzeige von Hardware-Platform, Prozessorkennung, Name des Betriebssystems und Release